Samstag, 20. September 2014

Corfu / der letzte Tag

Das Flugzeug startet erst um 23.35 Uhr. Es ist sehr angenehm den letzten Tag im Apartment bleiben zu können und nicht zu wissen, was mit der Zeit nach dem Check-out anfangen soll. Der Pool ist ein schöner Ort um die letzten Stunden zu verbringen, Abendessen, Taxi, Flughafen, die Heimat ruft.

Corfu ist eine sehr schöne Insel. Eine Reise war es wert. Ob ich nochmals herkomme? Wenn, dann zufällig. Mein Herz schlägt für andere Griechische Inseln, wie die Kykladen, Karpathos, Chalki, Kos, Chios, Kreta, ... Von den Ionischen Inseln war ich am meisten von Kefalonia berührt.

Freitag, 19. September 2014

Corfu / Osten: Kerkyra die Hauptstadt

Das Moped ist heute noch gemietet. Die Insel ist abgefahren, abfotografiert, verglichen, begangen, bewundert und bestaunt worden.

Was nun? Wieder in die Hauptstadt Kerkyra. Die beiden Festungen, die engen Gassen, die Häuser, die Tavernen und Shops zu schön um es nicht nochmals zu sehen.





Ein Café am Ufer mit Blick auf die alte Festung, ein Greek Café, einen frisch gepressten Orangensaft und ein  gutes Gespräch lassen mich das Leben schmecken. Ich glaube es sind fast drei Stunden in dieser Idylle vergangen, bevor ich in das Gassengewirr eintauchte. Heute war um einiges weniger an Menschenmassen unterwegs als beim letzten Besuch. Ich glaube es liegt daran, dass kein Monsterschiff die Touristengruppen mit roten Aufklebern, gelben Aufklebern und bauen Aufklebern, jeder mit einem treibenden Guide durch die Stadt gefegt werden.

Die Stadt gefällt mir und zeigt sich fassettenreich. Rund um das Rathaus zeigen sich schöne Reliefdarstellungen. Das versteinerte Phäakenschiff – Stadtwappen von Korfu zeigt sich in der Mitte des Gebäudes.



Der britische Gouverneurspalast präsentiert sich als großes und imposantes Gebäude. Heute befindet sich darin das Museum für asiatische Kunst. Wer hätte das gedacht?

Als die Sonne ihre Kraft verlor, fuhren wir wieder nach Mirtiotissa um am Strand den letzten Sonnenuntergang dieses Urlaubs ohne Abreisestress zu genießen.

Kann die Sonne ohne Bedeckung auf die Erde strahlen, dann zeigt sie sich unerbittlich und verbrennt was nicht im Schatten weilt. Wir die Sonne von einer Wolke bedeckt, dann wird die Luft so kühl, dass mein Hals nach einem Schal verlangt. Über das Wetter und seine Zustände gibt es immer etwas zu berichten.

Donnerstag, 18. September 2014

Corfu / Süden: Lefkimmi, Kavos, Par. Arkoudilas, Par. Kritikas

Wie jeden Morgen warten meine drei Freundinnen am Pool. Es ist die Susi, die Lilli und die Liesbeth. Es sind drei gefräßige Vespen, die auf ihr Frühstück warten, ich teile es auch sehr gerne mit ihnen bzw. bringe ich ihnen einen eigenen kleinen Teller mit Leckereien mit, um selbst in Ruhe essen zu können. Ich habe das dumpfe Gefühl, dass sie mich erkennen und mich begrüßen.

Die Urlaubstage neigen sich dem Ende und da das Wetter wieder sonnig und warm ist, ist das heutige Ziel nochmals der Süden mit einer anderen Fahrtroute. Die gesamte Ostküste ist landschaftlich wunderbar abzufahren. Baden? Zu schmale Strände direkt an der Hauptstraße. Vis-á-vis sind die griechischen Berge des Festlandes zu sehen. Die Nähe dieser Küste lässt das Meer wie einen großen See (Vergleich Gardasee) erscheinen.
Der Hauptort im Süden Lefkimmi ist unauffällig.
Der nächste Ort ist Kavos. Das ist eine Urlaubsstadt mit großer Ähnlichkeit des Wiener Wurstelpraters. Leider waren die meisten Saloons, Bars und Nachtlokale für diese Saison gesperrt. Juli und August muss hier die Hölle los sein. Viele Unterkünfte haben Pool und auch einige dieser Schwimmbecken waren schon ohne Wasser und geschlossen. Zwei Monate Saison … reich kann man nicht werden.


Eine holprige Straße führt zum einsamen Strand Arkoudilas, ein Sandstrand, lang und breit, fast menschenleer.





Der Strand Secret Paradise bei Kritikas war ebenfalls schwer zu erreichen. Die Liegen und der Schirm waren kostenfrei es wurde aber erwartet, dass ein Getränk gekauft wird. Ich bestellte mir ein Café-Frappé.
Am Strand Issous (den ich schon vom 14.09. kannte) trank ich zum Abschied des Tages noch ein Glas Wein.

Das Abendessen, ein Briam, in einer Taverne in Glyfada, war sehr, sehr, sehr fettig und in der Mikro unregelmäßig gewärmt. Ich habe es zurückgeschickt mit den Worten: „Es tut mir sehr leid, aber das ist grauslich.“ Der Tag konnte mir nicht verdorben werden. Es war ein schöner Tag.

Mittwoch, 17. September 2014

Corfu / Panagia Mirtiotissa

Wieder ein sehr heißer Tag. Seit dem Entschluss, die Insel nicht zu verlassen wegen des wechselhaften Wetters, zeigt sich die Sonne täglich und lacht über diese Entscheidung.

Die größte Hitze abgewartet auf der schattigen Terrasse. Am Nachmittag zum Hausstrand und endlich auch die Kloster Panagia Mirtiotissa. Wer hätte das gedacht, dass hier nahe einem FKK-Strand und im Niemandsland eine so gepflegte, ausgesprochen beeindruckende und hübsche Kirche mit kleinem Klosteranbau ist.


Heute hatte ich viel Zeit am Strand um mich mit Bertha zu beschäftigen und ein Schläfchen zu machen.

Dienstag, 16. September 2014

Corfu / Nordwesten: Agios Arilla

Heute wieder strahlender Sonnenschein und heiß – schon am Morgen.

Gegen Mittag war der Aufbruch zum Agios Arilla. Erster Besuch vor sieben Tagen. Ich habe aus Wettergründen auf den Fußmarsch zum FKK-Beach verzichtet. Heute wie schon letztes Mal weht ein starker Wind; es muss der Windgott hier zu Hause sein und ständig was zu blasen haben. Arilla Strand ist sehr lang gezogen und am nördlichsten Teil müssen sich die FKK-Besucher schon ausziehen um einen Felsvorsprung, durch das knietiefe Meer, zu umgehen. Dann ist das Ziel der Nacktbader erreicht. Diese Nudisten sind schon eine Spezies, die vom Aussterben bedroht sind. Die paar Nackerbatzln, die zu finden sind, sind ganz schön in die Jahre gekommen.


Der Weg ins Wasser um zu schwimmen ist ein weiter Gehweg und das Meer hier ist frischer als in Mirtiotissa.

Es war heute so heiß, dass ich froh war über meinen Entschluss eine lange Pluderhose (wie immer) und ein langärmeliges Hemd anzuziehen, und den neuen großen Hut hatte ich auch dabei. Der neue violette Hut ist so groß, dass er als Sonnenschirm durchgehen würde. Ich liebe ihn.

Montag, 15. September 2014

Corfu / Osten: Kerkyra die Hauptstadt

Heute blauer Himmel ohne Ende und Sonne. Die Temperatur stieg zu Mittag sogar auf 38°C.
Ich sehnte mich nach einem Ausflug nach Kerkyra um tolle Fotos im Sonnenschein zu knipsen.

Das Moped musste nun ein weiteres Mal verlängert werden und der Abflugtag ist der Abgabetag.

Meine tiefste Bewunderung, die ich an dieser Stelle unbedingt zum Ausdruck bringen muss, hat mein Lebenspartner, der zugleich der Lenker des Mopeds ist. Er fährt in die Stadt, es gibt viel Verkehr, er hat keinen Stadtplan, kein Navi nur die die Sonne und die richtige Himmelsrichtung. Ich gratuliere. Als wir in die Stadt einfuhren war mein erster Gedanke: „Um Gottes Willen, ich kenn’ mich nicht aus. Wo müssen wir hin? Wen können wir fragen?“ 

Ein paar Gasserln und ein paar Kurven später sind wie am ersten Ziel angelangt: den Vormittagsmarkt. Obst und Gemüse haben hier noch ihr wilde Wachstumsform erhalten. Es ist nichts geradegebogen oder längsgezogen. Die Melanzani sind hier weiß und kugelrund oder grün oder violett und länglich, manche sogar sehr klein. Zucchini klein und fein mit Blüten. Es gab auch noch wunderbare Granatäpfel, Quitten, Feigen, ... alles zum Anbeißen. Und der Fisch … der Fisch war so frisch, dass er fast in die Einkaufstaschen gesprungen ist. Ich war begeistert.



 

Neben dem Markt war auch der Eingang zur neuen Festung 1567-1580 (kein Eintritt). Ich sage mal: „Viel dicke Mauern und netter Ausblick.


Dann ging es wieder mit dem Moped auf dem geraden Wege zur alten Festung 8 Jhdt. Ich wäre sicher nicht einmal zu Fuß dort angekommen.

Der Zugang zur alten Festung kostete 4,-- Euro. Ich sagte dann ein weiteres Mal: „Viele dicke Mauern und ein  netter View.“ Das ist gemein. Während der britischen Herrschaft wurde 1830 eine anglikanische Kirche errichtet in Form eines dorischen Tempels (heute orthodox). Ein, für die vielen protzigen Mauern, sehr schönes Bauwerk innen und außen.


 

Warum zwei Festungen, weiß ich nicht. Es wurde an beiden Festungen ständig herumgedoktert, von den Byzantinern, Venezianern und den Briten. Es gibt mehr Geschichten und Berichte über die alte, als über die neue Festung.

Nördlich der Stadt gibt es eine weitere Festung in Kasiopi, das über 1.000 m lange bröckelnde Kastell erinnert, dass hier 1267-1386 die Neapolitaner herrschten. (Heute nicht besichtigt, aber erwähnenswert.)

Ein Greek Salat und ab nach Mirtiotissa zum Baden und Sonnenuntergang schauen. Ein wunderschöner Tag geht zu Ende.

Nachtrag: Es gibt einen Likör aus kleinen Zitronen gemacht, das ist hier eine Spezialität. Ich werde sie hier auf der Insel lassen, für die anderen Touristen.

Sonntag, 14. September 2014

Corfu ohne Co

Die Würfel sind gefallen; wegen des wechselhaftem Wetters keine Wechsel zu anderen Inseln.

Corfu / Süden: Par. Halikounas, Par. Issiou

Als ich gestern in mein Bett stieg, wurde ich in den Schlaf mit Donnergegrummel gesungen. Wenig später wurde ich wieder aus meinen Träumen gerissen mit heftigen taghellen Blitzen und dazugehörigem Gedonner in ohrenbetäubender Lautstärke.

Heute Morgen waren die Straßen sehr nass aber die Sonne versuchte wieder ihr morgendliches Glück.
Das Ausflugsziel heute war der Süden. Die Fahrzeit war eine Wettfahrt mit dem Regen. Die drohende dunkle Wolke war wie ein schlechtes Omen über uns. Im Süden, der sich außergewöhnlich flach und als schmaler Weg zeigte, ergoss sich der Regen über das Meer und das Land. Eine handvoll Menschen suchte Schutz in einer kleinen Strandbarbude am Par. Halikounas. Die graue Wolke durchzuckt mit Blitzen zeigte kaum einen hellen Horizont und auch kein Ende dieses traurigen Wetters. Nach einem Café Frappé und einem Glas Wein setzte sich die Sonne wieder mit stechender Hitze durch.

Die Fahrt über das Landesinnere nach Par. Issiou konnte fortgesetzt werden. Denn der Weg am Strand endlang präsentierte sich mit zu vielen tiefen Wasserlöchern und war mit dem Moped spaßentfremdet. Der Strand in Par. Issiou mit seinen nassen Dünen hatte seinen optischen Reiz, lud mich aber nicht zum Baden ein.



Die Heimfahrt wurde angetreten mit der Option am FKK-Strand nach Mirtiotissa zu fahren.
Abendessen im belebten kleinen Dorf Pelekas, gutes Essen, stockbesoffener Kellner, alles gut.
Zum Nachdenken: Sämtliche Touristen ob im Achiolleion, am Strand, in Tavernen, bei Aussichtspunkten oder in Cafes sind 46 bis 60 Jahre alt. Wo ist die Jugend? Wenn meine Generation nicht mehr auf Urlaub fährt, was dann? Die Asiaten sind die Zukunft. Was ich sehr oft las war: China-Town, China-City, China-Shops, China-Design, China-Restaurant, … Die Vorbereitungen sind im Laufen.

Gefällt mir: die weißen Blüten einer Palme


Samstag, 13. September 2014

Corfu / Achilleion und Kerkyra (Corfu-Stadt)

Sonnenschein. Das Achilleion wartet. Mein Grund Corfu zu besuchen, war das Achilleion. Kaiserin Elisabeth von Österreich hat 1889 das Grundstück samt der Villa Braila gekauft und zum Achilleion umgebaut. Die Skulpturen im Innenhof sind gut gewählt und der Frauenanteil ist enorm. Der sterbende Achill, er zieht sich gerade den Pfeil aus seiner Ferse, spiegelt Schmerz und des Lebens Ende. Die Bronze-Statue des Achill im unteren Teil des Garten wurde von Kaiser Wilhelm II aufgestellt. Er sah Achill nicht verwundet und sterbend sondern als Krieger, muskulös, gesund und heldenhaft. Sissi und Wilhelm waren sich in mehreren Dingen nicht einig. Aber auch Wilhelm liebte dieses Anwesen genauso wie Sissi, er war ein würdiger Nachfolger. Er kaufte es neun Jahre nach ihrem Tod.



VILLA BRAILA

Es war einmal ein Häuschen,
so traulich,lieb und klein,
es lag auf luftger Höfe
in einem Olivenhain.

Hier gab es einstmal Leben,
viel Lust und tolle Freud,
auch Herzeleid daneben,
sole's gang und gäb's bis heut.

Die Alten gingen zur Ruhe,
die Jungen Wachsen nach,
(von Franz Matsch)
doch immer blieb das Häuschen,
in Glück und ungemach.

Doch endlich wurd'es einsam,
nah weder Herr noch Gast,
die Läden blieben verschlossen,
die Treppen wurden begrast!
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Eine Königin kam,wie im Märchen,
eines Tags und blieb hier zur Rast.
Voll Erbarmen liess sie es reissen
und baut' einen Feenpalast.


Da schlich eines Abends in's Atrium
eine alte Katze herein,
sie blickte um sich ganz verwundert,
miaute traurig,ging aus und ein.

Dann lief sie,wie gepeitscht von Winden,
und schaute gar nicht mehr Zurück;
hier war ja nun nichts mehr zu finden,
von ihrem Alten Lebensglück

Oh Ihr! Die Ihr nimmermehr findet
Ein lieb’Heim nach so manchem jahr,
Ihr fühlt es wie es der Katze
zu Muth sterbenstraurig da war!

Käme aber nach hundert Jahren
Ein Wanderer des Weges daher,
den Palast erfänd ihn vielleicht noch,
die Fee,die wäre icht mehr!

Oh wäre in ihm meine Seele,
ich stürbe noch einmal vor Schmerz
ich hätte da wohl mehr verloren
als vie ein altes Katzenherz!
Am 30. März 1892

Die Liebe.
Die Dichter singen von Liebe,
sie ist ihnen Leben und Licht!
man sagt das ganze Weltall
sei nur ein Liebesgedicht!

Ich kenne einen Diechter,
von Liebe spricht er nie!
Kennt er die Liebe gar nicht?
Glaubt er nur nicht an sie?
Am 27. März 1892

(Kaiserin Elisabeth von Österreich) - Text wurde unverändert abgeschrieben.

Den Rest des Tages stand ein Spaziergang durch die Stadt und Einkaufen am Programm.